Ra(n)dnotizen #108

Alter Verwalter, da hat sich ja die Berliner Regierung ein echt dickes Ding geleistet. Hier in Person der Chef der Senatskanzlei für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Björn Böhning. Der nämlich schlägt vor, „um die Sicherheit der Radfahrenden zu erhöhen“, in eine geplante Bundesratsinitiative für mehr Verkehrssicherheit eine Helmpflicht für Kinder aufzunehmen, ebenso wie schärfere Sanktionen gegen Radfahrer, die trotz bestehender Benutzungspflicht eines Radweges auf der Fahrbahn radeln.

Gut, das muss man erstmal sacken lassen. Fangen wir mit den Sanktionen an. Auf den ersten Blick hört sich das ja durchaus gerecht an. Man will einerseits den Radverkehr fördern, packt deshalb aber auch das „Problem“ Verkehrsverstöße durch Radfahrer mit an. Aber eben nur auf den ersten Blick, denn will man tatsächlich Verkehrsverstöße stärker ahnden, muss hier jeder Verstoß gleichermaßen in Angriff genommen und dabei seine Gefährlichkeit ins Verhältnis zur Strafe gesetzt werden. weiterlesen

Ra(n)dnotizen #66

Themen: (1) Die Berliner Koalitionsvereinbarung steht (2) Grüne Welle für Autofahrer (3) Der Autominister im Interview (4) Wohin mit den S-Pedelecs? (5) Autofreie Innenstadt (6) Tweet der Woche: Schutzstreifen (7) Allerlei liegengebliebene Links

Die Berliner Koalitionsvereinbarung steht

Nun denn, das lässt definitiv hoffen: Der kommende rot-rot-grüne Berliner Senat hat seine Koalitionsvereinbarung unterschrieben und was findet sich tatsächlich darin? Genau, weite Teile des Berliner Radgesetzes, das durch die Initiative Volksentscheid Fahrrad auf den Weg gebracht werden soll.

So will man bis zum Frühjahr 2017 – also recht kurzfristig – ein Mobilitätsgesetz verabschieden, das eben die wesentlichen Forderungen der Initiative übernimmt. Wenn die Vorhaben tatsächlich so umgesetzt werden oder am Veto der Opposition scheitern, wird sich noch zeigen. Auf jeden Fall ist ganz offen erkennbar, das sich die Grünen hier positiv durchgesetzt haben und auch die SPD erkannt hat, das man eben nur mit zukunftsweisenden Verkehrskonzepten Wahlen gewinnen kann. weiterlesen

Ra(n)dnotizen #65

Themen: (1) Verkehrswende in Berlin? (2) Die Fahrradwelt in Zahlen (3) Abstand halten (4) Abgewälzte Verantwortung (5) Der Forsa-Chef und der Fahrradwahn (6) Radfahren in New York (7) Tweet der Woche: Schild vorm Kopf (8) Allerlei liegengebliebene Links

Verkehrswende in Berlin?

Es hat sich ja in den letzten Wochen verdammt viel getan, insbesondere in Berlin. Denn hier hat sich der künftige rot-rot-grüne Senat in den Koalitionsverhandlungen doch recht offen und vor allem positiv über den Radverkehr geäußert. Es gibt zusagen, das Radgesetz in weiten Teilen in ein neues Mobilitätsgesetz gießen und umsetzen zu wollen. Sehr positiv das.

Das alles wird positiv begleitet von einer Höhertaktung der Bahnen auf dem Ring und einem Ausbau des Straßenbahnnetzes. Beides sind wichtige Dinge, denn ohne einen Ausbau des ÖPNV wird man auch den Radverkehr nicht in dem Maße erhöhen können, wie man es erwartet. Ebenfalls sehr schön ist übrigens, das auch die Ausbaupläne der Autobahn vom Tisch sind. Aber auch ein Wermutströpfchen ist dabei. Die Parkraumbewirtschaftung, die innerhalb des S-Bahnringes flächendeckend angedacht war, wird wohl wegfallen. Schade eigentlich… weiterlesen

Ra(n)dnotizen #49

Themen: (1) Idaho-Stop (2) Radelnde Politiker? (3) Bündnis für Radverkehr (4) Fahrradkrieg (5) Straßenkampf (6) Geniale Ampeln (7) Soester Schutzstreifen gestoppt (8) 7 Gründe für E-Mountainbikes (9) Durchsichtiges Wahlkampfmanöver(10) Eine Rennstrecke und fehlende Werbung

Idaho-Stop

Der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion Dieter Janecek hat es erkannt: Viele Verkehrsregelungen sind vornehmlich auf das Auto zugeschnitten und müssen somit, angesichts sich verändernder Verhältnisse der verschiedenen Verkehre neu überdacht werden. Und aus diesem Grund fordert er, Radlern das Fahren bei Rotlicht zu erlauben.

„Bislang haben wir den Verkehr in den Städten vorrangig nach den Bedürfnissen des Automobils ausgerichtet. Künftig sollen Auto, Fahrrad und Fußgänger gleichberechtigt sein“, begründete Janecek seine Initiative.

Das Ganze ist auch nicht wirklich neu, sondern als Idaho-Stop bekannt. Der Name lässt die Herkunft erkennen, Idaho. Dort gilt, das Radler eine rote Ampel wie ein Stopschild betrachten dürfen und ein Stopschild wie ein einfaches Vorfahrt gewähren. Das alles gibt es übrigens seit 1982, Zeit also, das es langsam auch nach Deutschland kommt. Immerhin wird ja sonst jeder Kram aus Amerika übernommen, weshalb also nicht zur Abwechslung mal was sinnvolles?!

Radelnde Politiker?

Zugegeben, wünschenswert wäre es. Und es hätte sowohl Signal- als auch Vorbildwirkung. Politiker, die anstelle dicker Limousinen das Fahrrad benutzen, um damit von Termin zu Termin zu gelangen. weiterlesen

Randnotizen #36

Durchgeboxt

In den letzten Tagen war es ja reichlich in den Schlagzeilen. Das Gesetz zur Förderung des Radverkehrs in Berlin (RadG) ist in Sack und Tüten und wurde nun dem Senat zur Kostenschätzung vorgelegt. Dort hingegen meint man ja noch immer, das man genug für den Radverkehr in der Stadt tun würde. Nun ja, wäre es so, dann würden die Berliner Radfahrer wohl nicht – quasi in Notwehr – ein solches Projekt auf den Weg bringen. Wie dem auch sei, ich habe mal bei Google+ eine kleine Sammlung angelegt, in der ich interessante Artikel rund um das Thema Radverkehr in Berlin poste. Wer sich dafür interessiert, einfach mir oder der Sammlung folgen.

Verplappert

Eigentlich ist erst kommenden Dienstag die Pressekonferenz, zu der sich die Wählerinitiative soziales Spandau (WisS) der Presseöffentlichkeit vorstellen wollte. Der Tagesspiegel hat sich jedoch verplappert: weiterlesen