Ra(n)dnotizen #108

Alter Verwalter, da hat sich ja die Berliner Regierung ein echt dickes Ding geleistet. Hier in Person der Chef der Senatskanzlei für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Björn Böhning. Der nämlich schlägt vor, „um die Sicherheit der Radfahrenden zu erhöhen“, in eine geplante Bundesratsinitiative für mehr Verkehrssicherheit eine Helmpflicht für Kinder aufzunehmen, ebenso wie schärfere Sanktionen gegen Radfahrer, die trotz bestehender Benutzungspflicht eines Radweges auf der Fahrbahn radeln.

Gut, das muss man erstmal sacken lassen. Fangen wir mit den Sanktionen an. Auf den ersten Blick hört sich das ja durchaus gerecht an. Man will einerseits den Radverkehr fördern, packt deshalb aber auch das „Problem“ Verkehrsverstöße durch Radfahrer mit an. Aber eben nur auf den ersten Blick, denn will man tatsächlich Verkehrsverstöße stärker ahnden, muss hier jeder Verstoß gleichermaßen in Angriff genommen und dabei seine Gefährlichkeit ins Verhältnis zur Strafe gesetzt werden. weiterlesen

Ra(n)dnotizen #97

Als regelmäßiger Radfahrer in einer Großstadt meint man ja für gewöhnlich, alles schon erlebt oder gesehen zu haben. Aber was sich man aktuell im Frankfurter Stadtteil Unterliederbach macht, hat schon gewissen Kronencharakter. So vong aufsetzen her. An der Fraport Arena sind Parkplätze recht knapp, da man bei deren Planung einfach zu vergessen haben scheint, das die Besucher dieser Sportstätte ja oft auch mit dem PKW anreisen.

Und während bspw. hier in Berlin die PKW wie selbstverständlich die Radwege als Parkplätze für sich beanspruchen, ist es in Frankfurt nun – zumindest zeitweise – gestattet. In der Tat hat man dort Zeichen 315 aufgestellt und mal eben ein „auf dem Radweg“ darunter gepappt. Das ist schon so frech, das hier selbst der ADAC, sonst ja zu jeder Schandtat bereit, solange sie nur seinen Mitgliedern zu freier Fahrt verhilft, an der Rechtmäßigkeit zweifelt: weiterlesen

Randnotizen #14

  • Gezeigt – Ganz geschickt hat es Garmin gemacht: Ein paar Tage vor dem geplanten Launch einer eigenen Geocachingplattform wurde diese ganz „versehentlich“ kurz aktiviert. Das gab und gibt natürlich massenweise Gerüchten Vorschub.  Ich schätze mal, Garmin wird mit der Plattform schon den entsprechenden Erfolg haben, schließlich haben die ja über ihren Status als Quasi-Marktführer auf dem Gebiet Outdoor- bzw. Handheld-GPS direkten Zugang zu fast allen Geocachern. Interessant finde ich in dem Zusammenhang aber folgendes: Opencaching.de wurde immer wieder der Name zum Vorwurf gemacht. Dabei wurde dann das „Open“ völlig falsch interpretiert und gefordert, das man doch Open Source sein müsse. Dabei sagt Opencaching ja nichts anderes aus, als das die Plattform frei nutzbar ist. Für jeden. Nun wurde Garmins opencaching.com an vielen Stellen diskutiert was das Zeug hält, aber nirgends kam die Forderung auf, das Garmin dann ja gefälligst auch die Sourcen offenlegen soll. Bei opencaching.de wird immer wieder erzählt, das man ja eigentlich gar keine Alternative zu geocaching.com braucht, bei Garmins opencaching.com hingegen sind plötzlich viele Leute hellauf begeistert und lobpreisen die Alternative. Da kann man eigentlich nur noch mit dem Kopf schütteln…
  • Gewarnt – Das so genannte PMO-Caches, also Geocaches die nur für Premium Mitglieder von geocaching.com, immer mehr zunehmen und bei weiten Teilen der deutschen Geocacher schwer in der Kritik stehen ist nichts neues. Die Kritik ist auch verständlich, denn die Verfechter der PMO-Caches begründen das vorzugsweise mit hahnebüchenem Unfug. Anstatt einfach zu sagen: „Ich mach den als PMO weil es eben geht!“ wird damit argumentiert, das man damit den Cache schützt. Zum Beispiel vor Behörden. Nur kriegen die auf Wunsch einen kostenlosen Premiumaccount von Groundspeak. Schutz somit wirkungslos. Oder als Schutz vor Grobmotorikern. Klar, mit dem Erwerb der Premiummitgliedschaft wird man automagisch feinfühlig wie ein Uhrmacher. Schutz somit wirkungslos. Naja, und als Schutz vor Eifoncachern? Die kaufen sich im Äppstohr ihre Äpp und damit die auch richtig funzt werden schnell noch ein paar Dollar für PM locker gemacht. Premium ist eben 31337!!!!111einseinsdrölf. Schutz mal wieder wirkungslos! Aber mal ehrlich, wie man auf dem Bild gut sehen kann warnt ja selbst Groundspeak vor diesem PMO-Geraffel… *gg*

Sprachverhunzung mit System

Aktuell gibt es im Geoclub ja wieder mal die Feststellung, dass manch einer den sprachlichen Feinheiten des Angelsächsischen nicht ganz gewachsen ist. Im Speziellen geht es da um die oft getätigten „Founds“ beim Geocaching, die allerdings korrekterweise ganz schlicht nur „Finds“ sind. Das Problem bei diesem doch recht häufigen Fehler ist wohl der zugehörige Logtyp: Found it! Klar, der verleitet schon enorm dazu und wenn man sich nun nicht sonderlich intensiv dem Studium der englischen Sprache gewidmet hat, dann tappt man schnell in diese Falle.

Mein Vorschlag ist also: Bedienen wir uns doch einfach unserer Muttersprache! Dann kommen wir bei oben erwähntem Begriff auf ein kurzes „Fund“, was durch einen Tastaturanschlag weniger nicht nur Zeit, sondern auch unnötige Abnutzungserscheinungen auf der O-Taste spart. *gg*

Nun ist aber der „Found“ bei weitem nicht das größte Übel, weitaus schlimmere Auswüchse der Verdenglischung unserer Sprache gibt es um den Prozeß der Veröffentlichung eines Cachelistings. weiterlesen

Randnotizen #5

  • Jubiläum – Es stand mal wieder eine runde Fundzahl ins Haus. Wie üblich, zumindest wenn ich rechtzeitig bemerke das es ein runder Fund wird, suchte ich mir einen OC-only Cache dafür aus. Da ich eine ganz nette Idee dafür hatte, wurde es diesmal ein Webcacm Cache (OC9964). Schnell die Fundzahl in dicken Lettern ausgedruckt, diese mit Hilfe eines Kopierers auf DIN A3 vergrößert, alles zu einem Winkelement zusammengetüddelt und los ging es. Vor Ort gab es dann zwar so manchen seltsamen Blick, aber trotz der Tatsache das wir neben dem Winkelement auch noch die für den Cache geforderten Regenschirme hielten – bei 28°C und Sonnenschein – kam kein buntes Auto vorbei um uns wegzufangen. Wir hatten jedenfalls einen Mordsspaß dabei. Da ich nebenbei mittels Bashscript alle 30 Sekunden das Bild gespeichert habe, gibt es hier noch eine kleine Animation (Achtung! GIF-Animation mit 2,4 MB!) von den Geschehnissen zu sehen.
  • E-Postbrief – Erst kürzlich äußerte ich mich zweifelnd zum E-Postbrief der Deutschen Post. Die Post hat davon offenbar Wind bekommen und das E-Postbrief Serviceteam schickte mir nun eine Einladung zu einer Web-Konferenz. Offenbar hat die Post bemerkt, das ihre E-Postbrief nicht wie erhofft ankommt und versucht nun auf diese Weise die Kritiker von ihrem Produkt zu überzeugen. Interessant wäre mal zu wissen, ob diese Einladung nur an die „kleinen Kritiker“ und Blogger ging, oder auch namhafte Leute wi ebspw. Udo Vetter vom law blog eingeladen wurden. Hätten die mir  Einladung wenigstens via PGP-verschlüsselter Mail  zugesandt, hätte ich ja beinahe über eine Teilnahme nachgedacht. Aber so?
  • Schubladenlösungen – Während im Trollforu^Wgrünen Forum gerade scherzhaft über die Bedeutung bestimmter Logformulierungen philosofiert wird, durfte ich heute feststellen das es zuweilen wirklich Momente gibt, in denen die Koordinaten für gelöste Ratehaken (OC9F1F) zu lange in der Schublade liegen. Während der Formulierung „Die Lösung lag schon lange auf meinem Schreibtisch/in der Schublade“ im Grünen die Bedeutung „Ich habe keine Ahnung, wie das Rätsel geht, die Koords hat mir jemand zugeschoben“ zugesprochen wird, habe ich wie so oft die Koordinaten wirklich lange in der Schublade gehabt. Zu lange. Glücklicherweise prüfte ich heute vor dem Losrennen nochmal mittels Geochecker – Falsche Koordinaten! Nachher stellte sich heraus, das die Dose inzwischen ein wenig anders versteckt wurde. Ich muß wohl langsam mal überprüfen, ob die gelösten ratehaken die ich hier noch herumliegen habe, überhaupt noch existieren. Wobei allerdings die Vermutung aus dem Grünen zuweilen auch nicht ganz von der Hand zu weisen ist… *gg*

Hardcore-Sissicacher

Ja, ich habe es getan! Ich habe mir die Dose bringen lassen, ich war nicht selbst direkt am Versteck! Und am schlimmsten ist, es gibt einen Beweis! Aber war war geschehen?

Ganz einfach, wir waren im Rudel unterwegs und näherten uns der Dose (GC2ABBR). Bis auf ein paar wenige Meter waren wir schon ran, ich konnte bereits das Versteck sehen und frohlockte: Hurra, das Ding wäre also gefunden. Aber dann geschah das Unfassbare: Anstatt selbst bis zur Dose zu gehen um dort dann zu loggen blieb ich stehen. Auf dem Weg. So richtig T1. Und ließ mir die Dose bringen. Skandal!

Ich hoffe mal nur, das ich jetzt nicht ins Geocachergefängnis komme… 😯

Nein, dieser Artikel ist ganz und gar nicht ernst gemeint, nicht nur das die Koordinaten und somit die Trackaufzeichnung vegetationsbedingt nicht so ganz genau waren, bei einem 1.5/1.5 dürfen auch gern mal die mitgeführten Mikrocacher als erste an die Dose und diese dann „zureichen“. Aber er darf auch gern als Veralberung all derer gesehen werden, die ihre tollen vertikalen Leitplanken nur allzu gern wichtiger nehmen als andere Geocaches. Hey, ich bin eine Sissi und stehe dazu! Wo ist mein Kleid? *gg*

The american way of geocaching

Die Reisebüros dieser Welt dürften in diesem Jahr ganz verwundert zur Kenntnis nehmen, das etliche bereits gebuchte Reisen storniert und dafür auf Las Vegas umgebucht wird. Aber nicht etwa weil urplötzlich in vielen Paaren der Wunsch nach einer außergewöhnlichen Hochzeit in Nevada aufkeimt, auch nicht weil Gelegenheitszocker plötzlich mit größeren Chancen beim Black Jack rechnen – nein, weil Horden punktegeiler Statistikcacher einige erfolgsorientierte Geocacher das hier gesehen haben:


[Bildquelle: geocaching.com]

Ein Glück nur, das es so etwas in Deutschland noch nicht gibt. Wobei, in Nordhessen erscheint mir das durchaus möglich… 😉

[via podcacher und flickr]