Tawaritsch im Walde #1

Nördlich von Berlin, nahe Zehdenick befindet sich inmitten des Waldes ein riesiges Objekt, das früher fest in russischer, nein, sowjetischer Hand war. Neben einer Kaserne wurde eine komplette Stadt in den Wald gebaut, in der tausende Armeeangehörige und deren Familien, abgeschirmt vom Rest der Welt, ihr Dasein fristeten.

Große Teile dieser Stadt sind noch erhalten und weichen erst nach und nach der Renaturierung des Objektes. Und als Freund solcher Objekte musste ich natürlich hin, bevor dort nichts mehr zu finden ist. Ein paar vor Ort befindliche Tupperdosen und eine Anfrage im grünen Forum nach einer Teamrunde gaben dann den Anstoß für mich, dorthin zu fahren. Da aber an anderer Stelle schon von der Cachingrunde selbst berichtet wurde, beschränke ich mich mal auf die Örtlichkeit selbst.

Los ging es an einer Einfahrt in die Kasernenanlage, also im militärischen Teil der Anlage. Das Wachhäuschen war erwartungsgemäß unbesetzt und so gab es keine umständlichen Paßkontrollen. 😉

Von dort aus führte die Runde zu einem Gebäude,das ich mal als Unterkunftsgebäude einstufen würde. Ein großer Aufenthaltsraum mit zum Teil bunten Bildern an den Wänden aber auch kleinere Räume ohne Einrichtung und „Gruppenklos“ ließen darauf schließen. Interessant fand ich hier, das die Heizkörper noch vorhanden waren, nahmen die Russen doch sonst wirklich alles mit nach Hause.

Typisch für das gesamte Gelände war, das es eigentlich untypisch war. Untypisch für einen Lost Place, denn fast alles war ordentlich aufgeräumt. Normalerweise steigt man an solchen Orten ja über Unmengen Müll und Gerümpel, das war hier fast nie der Fall. Vermutlich wurde hier durch das Bundesliegenschaftsamt ganze Arbeit geleistet. Daher waren Räume wie diese hier wirklich selten zu finden.

Vom Unterkunftsgebäude ging es weiter ins Küchengebäude. Gut, Küchengebäude ist übertrieben, da wurde eher das Essen warmgehalten und ausgegeben, nicht aber gekocht, aber das tut ja nichts zur Sache. Der Speisesaal selbst war erwartungsgemäß unspektakulär, dafür fand sich neben einem alten Heizungsraum noch die Ausgabeküche mit vier Warmhaltekesseln.

Wie man sieht, auch hier wirkt alles äußerst ordentlich. Neben den offensichtlichen Aufräumarbeiten kann man das aber auch der wirklich entfernten Lage außerhalb bewohnten Gebietes zuschreiben. Vandalismus gibt es hier kaum, da wegen der längeren Anfahrt und dem schlußendlich nötigen Fußmarsch eher interessierte Menschen hierherfinden, die sorgsam und umsichtig mit diesem Ort umgehen.

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Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)