Tawaritsch im Walde #2

Nach der Inspektion der Speisenausgabe ging die Rundwanderung in der ehemaligen Russenkaserne Vogelsang weiter zu einem Munitionsbunker. Dieser mutete zwar eher wie ein überdimensionales, bis zur Hälfte eingebuddeltes Teerfass an, aber tatsächlich, im Inneren waren Räume, die mit Gittertüren gesichert waren.

Möglicherweise war es auch kein Munitionsbunker sondern eine Art Militärgefängnis, den Russen wurde schließlich nachgesagt das sie nicht gerade zimperlich waren, wenn es darum ging Verfehlungen von Soldaten zu bestrafen. Da käme auch Dunkelhaft in Frage. Wer weiß…

Auf der Rückseite dieses ominösen Bunkers gab es noch einen kleinen Raum, der nichts weiter beinhaltete als einen leeren Sicherungskasten und einen Stuhl. Wobei dem Stuhl inzwischen die Lehne gestohlen wurde, man sah nur noch die Stelle an der die Lehne einst befestigt war.  Der Stuhl lag auf der Sitzfläche, eine solche Unordnung durfte man aber nicht durchgehen lassen, also wurde er richtigt herum gedreht. Ordnung muß eben sein!

Nachdem der Bunker ausreichend genug inspiziert war führte der eingeschlagene Weg weiter zum Raketenaufzug. Das Ding wird so genannt, weil eben der zugehörige Geocache so heißt, dass es wirklich ein Raketenaufzug war, wage ich zu bezweifeln, allein die Lage zwischen vielen Fahrzeughallen lässt eher darauf schließen das hier eher andere Dinge verladen wurden als Raketen. Aber egal, „Raketenaufzug“ klingt eben besser als „Flaschenzug für LKW-Motoren“.

Da an dieser Stelle mehr oder weniger Ende war wurde der Weg zurück eingeschlagen, wieder in Richtung Munitionsbunker zurück, vorbei an diversen Fahrzeughallen. Diese hatten von außen schon einen gewissen Charme, mit Tarnmuster angemalt standen sie vollkommen leer in der Gegend und die Natur holt sich langsam wieder was ihr auch gehörte. Von innen boten die leeren Hallen jedoch nichts, waren sie halt schlicht und ergreifend vollkommen leer.

Ganz interessant war, das hier wohl recht häufig Fahrzeugverkehr durchzukommen scheint, vermutlich die örtlichen Förster, denn an den Hauptwegen waren neben Fahrzeugspuren eben auch Moos und Gras entweder plattgedrückt oder gar nicht erst vorhanden. Schon eigenartig, an einem sonst vollkommen verlassenen Ort…

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Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

2 thoughts to “Tawaritsch im Walde #2”

  1. Da das 1702. Flak-Raketenregiment und die zum Großverband gehörende taktische Raketenabteilung dort stationiert waren und von allem was wir dort gesehen hatten, dieser ‚Raketenaufzug‘ das Einzige war, was dem nahe kam, denke ich schon, dass es sich wirklich dabei um einen Raketenaufzug und den zugehörigen Munitionsbunker handelte.
    Aber vielleicht rufen wir einfach mal in Moskau an und fragen nach den Unterlagen, dann wissen wir es genau :mrgreen:

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