Viel mehr als nur ein Ersatz für MapSource

Nachdem ja nun durch die Übersicht über die Geocaching Tools für Linuxer auch die neue Version von QLandkarteGT in den Focus gerückt ist, habe ich mir die aktuelle Version mal genauer angesehen. Und ich bin begeistert! Klar, der Sprung von Version 0.18.3 auf Version 1.0.1 ist schon recht heftig, aber wer noch immer die 0.18.3 aus dem Ubuntu-Repos verwendet, sollte wohl spätestens jetzt das PPA von mms-prodeia verwenden und sich somit der aktuellsten Version von QLGT versichern!

QLGT versteht sich übrigens nicht als Ersatz für MapSource oder BaseCamp, denn QLGT ist kein Tool das sich auf die Verwendung mit GPS-Empfängern der Firma Garmin beschränkt. Ebensowenig zeigt QLGT keine gesperrten Karten von Garmin an und Karten im neueren Garmin-Kartenformat werden überhaupt nicht angezeigt. QLGT ist deutlich mehr als MapSource oder BaseCamp und versteht sich selbst als Software zum Anzeigen von verschiedenen Karten sowie zum Anzeigen und Bearbeiten von (selbst erzeugten) Geodaten.

Die für mich wichtigste Neuerung ist die Datenbankfunktion, die es nun ermöglicht aktuell verwendete Daten in eine integrierte Datenbank zu schreiben um sie so später jederzeit wieder abrufen zu können. Dabei können selbst Teile mehrerer Datenbanken miteinander kombiniert werden. Bisher gab es ja nur zwei Möglichkeiten: Entweder man lud komplett neue Daten, oder man fügte neue Daten zu den bestehenden hinzu. Dann aber jeweils ganz oder gar nicht.

Die Datenbankfunktion ermöglicht es nun, einzelne Wegpunkte, Tracks oder Routen in verschiedene Datenbanken zu schreiben. Anschließend können sie dann komplett oder eben nur zu Teilen aus der Datenbank heraus verwendet werden. Und das beschränkt sich, wie im Bild ganz gut zu erkennen ist, nicht nur auf eine einzelne Datenbank, auch aus mehreren Datenbanken kann man seine aktuell benötigten Daten ziehen.

Ebenfalls neu, zumindest bei oben erwähntem Versionssprung, ist die Möglichkeit Wegpunkte auf verschiedene Weise anzuzeigen. Bisher gab die Wegpunktliste nur die Icons nebst Wegpunktcode/-name her. Jetzt hat man zusätzlich noch die Möglichkeit sich die Wegpunkte nach Kommentar anzeigen zu lassen. In verbindung mit OpenCacheManager ist das insofern von Vorteil, als das OCM den Geocachenamen zusätzlich zum Beschreibungsfeld auch in den Kommentar schreibt.

Was jetzt auch recht zuverlässig funktioniert ist das Autorouting. Dabei setzt QLGT auf die Routingfunktion von OpenRouteService. Die Routen können dabei nicht nur für die Fahrt mit dem PKW, sondern auch für Fahrradfahrer jeden Typs und Fußgänger berechnet werden. Interessant beim Fußgängerrouting ist hier, das OpenRouteService, sofern sie bei OpenStreetMap verzeichnet sind, selbst Treppen und Unterführungen berücksichtigt um so immer den schnellsten Weg zu finden.

Dies sind aber bei weitem nicht alle Funktionen die QLGT dem Benutzer bietet. Neben umfangreichen Trackbearbeitungs- und Analysefunktionen besteht die Möglichkeit der Echtzeitaufzeichnung von Geodaten mit einem GPS-Empfänger, man kann verschiedenste Overlays (Textboxen, Entfernungsmesser und ähnliches) hinzufügen und zusätzlich hat man noch die bereits mehrfach hier im Blog erwähnte Tagebuchfunktion zur Verfügung, mit der man entweder Berichte zu aufgezeichneten Touren/Tracks anfertigen, oder Planungsblätter für kommende Touren anlegen kann.

Bilder zu Wegpunkten zuordnen ist dabei ebensowenig ein Problem wie das Drucken der Kartenansicht (oder das Speichern eben dieser als Grafikdatei). Weitere Spielchen mit Bildern wären dann das Erstellen von Wegpunkten aus Fotos und anderen Bildern die Geotags in den EXIF-Daten haben und schlußendlich kann man auch Screenshots von angeschlossenen GPS-Empfängern wie bspw. dem Garmin eTrex machen. Einige dieser Funktionen, insbesondere für das Geocaching interessante, werde ich aber hier im Blog später noch etwas genauer beleuchten.

Insgesamt bringt QLandkarteGT also vielfältige Funktionen mit und ist damit eben tatsächlich deutlich mehr als nur ein Ersatz für MapSource. Und als kleiner Tipp für die Windowsbenutzer, die trotz des Hinweises auf Linux am Anfang dieses Artikels bis hierhin durchgehalten haben und jetzt womöglich ganz neidisch sind: QLandkarteGT gibt es auch für Windows.

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

8 thoughts to “Viel mehr als nur ein Ersatz für MapSource”

  1. Auch wenn ich MapSource nur sehr selten nutze, werde ich mir mal QLandkarte genauer ansehen.

    Mit BaseCamp bin ich so gar nicht warm geworden, aber vielleicht habe ich auch den Vorteil/Unterschied zu Mapsource noch nicht entdeckt 😉

  2. Wäre qLandkarteGT nicht so ein riesen Speicherfresser und hätte nicht so eine schreckliche unübersichtliche GUI, würde ich es denke ich auch viel öfter nutzen…
    Die GUI von Mapsource hingegen ist schön sauber, ordentlich aufgeräumt

  3. Hmm, also das mit dem Speicherhunger kann ich so nicht bestätigen, allerdings kenne ich die Version für Solitär auch nicht. Und was die Übersichtlichkeit des GUI betrifft, da ist es für mich klarer als ich es von MapSource her kenne. Wobei aber gerade das wohl eher eine Sache der Gewöhnung ist.

  4. ich hab hier noch 0.15irgenwas auf der Maschine, aber benutze QLGT auch gerne – leider hat mein Versuch die 1.0.1 aus den Quellen zu installieren nicht geklappt und aktuelle Pakete habe ich leider für Mandriva nicht gefunden 🙁

  5. Naja Speicherverbrauch ist relativ. Man muss halt auch immer die Funktion im Auge behalten. Und wenn ich über 30 Kartenformate mit um die 70 Projektionen neben einer SQLite Datenbank anbiete dann wird es ein wenig mehr. Ich habe mal alle 3 gestartet und mir den Verbrauch angesehen:

    MapSource: ~16MB
    QLandkarte: ~64MB
    Basecamp: ~160MB

    Da muss sich QLandkarte nicht verstecken. Dass das GUI unaufgeräumt sein soll, kann ich nicht verstehen. Dass es gewöhnungsbedürftig ist schon.

    Zur Datenbank gibt es übrigens auch einen Wiki Artikel:

    http://sourceforge.net/apps/mediawiki/qlandkartegt/index.php?title=Howto

    Dort ist das Konzept ein wenig erklärt und auch die Funktion der verschiedenen Ordner. Die Option „Save workspace on exit“ hat sich bei mir als sehr praktisch erwiesen.

    Für die iPay Fraktion gibt es übrigens auch Binaries. Leider kostenlos. 😉

  6. @Schrottie: nicht wirklich – ich sollte wohl eher mal über ein aktuelleres Release meiner Lieblingsdistri nachdenken 😉 🙄

  7. Bei Dir geht das Artikelschreiben ja wie bei der Feuerwehr 😉 !
    Heute abend bin ich wieder zuhause, dann werde ich das PPA einrichten und mich mal überraschen lassen. Danke für den guten Artikel.

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