vivosmart

(vívo)Smart durch den Tag

Im Testbericht zum Garmin Edge 510 hatte ich es ja schon erwähnt: Als Garmin mir das Paket packte, wurde dort auch ein vívosmart Fitnessarmband mit hineingelegt. Das Ding wollte ich parallel zum Edge testen, jedoch hatte ich nicht mit dem „Faktor Ehefrau“ gerechnet. Eben diese sah den vívosmart und griff sofort zu. „Hach, der sieht aber hübsch aus! Der zählt Schritte? Meins ist!“

Nun, und so war sie hier eben (zunächst) der Tester, was mich selbst aber nicht komplett aus dem Rennen nahm. Denn alles einrichten, hin und wieder mal Probleme lösen, das alles blieb selbstredend an mir hängen. Naja, wer verheiratet ist, kennt das sicherlich… 😉

Vivosmart

Und so gesehen war das auch gar nicht so verkehrt, das die liebe Gattin das Ding verhaftet hat, denn anders als ich hat sie oft Probleme mit Armbändern und dergleichen und darüber hinaus reagiert sie am Handgelenk auf so ziemlich jedes Material ein wenig allergisch. Also hatte es der vívosmart mit erschwerten Bedingungen zu tun.

Bevor es aber losgehen konnte, musste auf dem Smartphone wieder die Connect-App installiert werden. Die darauf folgende Ersteinrichtung war denkbar einfach. App starten, Gerät hinzufügen, kurz darauf wurde ein 6stelliger Code abgefragt, den der vívosmart anzeigte. Code eingeben und fertig.

Garmin Connect™ Mobile
Entwickler: Garmin
Preis: Kostenlos

Zum Armband selbst waren noch kurz Angaben zu Geschlecht, Körpergröße und Gewicht nötig und alles weitere lief dann von allein.

Der vívosmart im Test

VivosmartDer vívosmart selbst ist ein unscheinbares und dennoch ein wenig elegant wirkendes Armband, das nicht zu dick aufträgt. Dadurch das kein sichtbar abgegrenztes Display vorhanden ist, wirkt es gleich noch ein Stück dezenter. Erst durch doppeltes Antippen wird das Display aktiv und zeigt zunächst die Uhrzeit an. Durch Wischen kann man zu weiteren Seiten blättern und sich Angaben zu geschafften Schritten, der dabei zurückgelegten Wegstrecke und verbrauchten Kalorien anzeigen lassen.

Weiterhin kann der vívosmart bei Untätigkeit einen frei wählbaren Timer starten und dann bei dessen Ablauf durch Vibration daran erinnern, mal wieder ein paar Schritte zu gehen. Darüber hinaus kann man sich auch die Benachrichtigungen aus der Benachrichtigungsleiste auf den vívosmart schicken und eingehende Anrufe anzeigen lassen. Dies ist bspw. auf Arbeit von Vorteil, denn so kann man das Smartphone in den Lautlosmodus versetzen und wird dann durch sanfte Vibration auf Nachrichten und Anrufe hingewiesen. Und kann dann eben entscheiden ob sie wichtig sind oder eben nicht.

vívosmart vívosmart vívosmart Beim Laden...

Nach ein paar Tagen hatte die Gattin nun für sich beschlossen, das ihr der vívosmart wirklich gut gefällt, aber in „Berry“ doch deutlich besser aussieht. Also habe ich ihr kurzerhand einen bei Amazon geordert und konnte nun den von Garmin gelieferten blauen selbst ausprobieren.

Ich selbst habe lange Jahre keine Uhr getragen und erst mit der Smartwatch SW2 von Sony wieder damit angefangen. Und auch die trug ich nur tagsüber. Da der vívosmart aber auch den Schlaf überwachen kann, habe ich ihn einfach rund um die Uhr getragen. Und siehe da, das schmale Band, das komplett ohne harte Kanten daherkommt, konnte auch von mir problemlos über Nacht getragen werden. Und ich trage es noch immer rund um die Uhr.

Was die Genauigkeit betrifft, ist ja in den verschiedenen Quellen im Internet immer von 98 bis 99% die Rede. Also habe ich mir mal die Mühe gemacht und mitgezählt. Und bei allen Mitzählversuchen lag der vívosmart maximal 1 von 100 Schritten daneben, was ein durchaus respektabler Wert ist und vor allem die angekündigte Genauigkeit einhält.

Die Weckfunktion habe ich nur einmal getestet, denn ich vertraue einem Vibrieren am Handgelenk weniger. Ich brauche richtig Krach, denn wenn ich wirklich lange genug schlafe um geweckt werden zu müssen – normalerweise funktioniert meine innere Uhr so, dass ich kurz vor dem Wecker allein wach werde – dann muss es ordentlich was auf die Ohren geben. Aber es hat funktioniert, ich wurde wach.

Connect

Nun nutzt aber allein die Möglichkeit seine zurückgelegten Schritte abzulesen noch recht wenig, wenn die Daten nicht auch entsprechend aufbereitet bzw. ausgewertet werden. Und hier kommt Garmin Connect ins Spiel. Dort findet man wirklich tolle Übersichten zu Schritten, verbrauchten Kalorien, zum Schlafverhalten und seinen Aktivitäten im Allgemeinen. Ohne kostenpflichtige Pro-Funktionen darf hier jeder alles nutzen. Dabei sind dann auch Berichtsfunktionen, bei denen man verschiedene Zeiträume (Woche, Monat, Halbjahr, Jahr) einsehen kann.

Aber auch Vergleiche sind möglich. Hat man sich mit anderen Nutzern verbunden, so sieht man für jede Woche eine Art Ranking, wer die meisten Schritte gemacht hat. Darüber hinaus kann man auch an so genannten Challenges teilnehmen, bei denen es um das Schritteranking im Vergleich mit unverbundenen Nutzern geht.

Garmin Connect ist insgesamt eine sehr mächtige Angelegenheit, die hier im Detail zu beleuchten zu weit ginge. Allerdings werde ich das an anderer Stelle noch tun, denn seit dem vívosmart in Verbindung mit dem Edge 510 ist Garmin Connect mein absoluter Favorit und hat Runtastic abgelöst.

Ach ja, der Edge 510. Hier gibt es einen wirklichen Kritikpunkt in Sachen Connect-App. Die App kann immer nur mit einem Gerät verbinden. Hat man also den vívosmart mit der App verbunden, verweigert der Edge 510 die Handyverbindung. Man muss erst Bluetooth beim vívosmart deaktivieren und schon sind Handy und Edge verbunden. Das ist echt blöd und vor allem sollte es technisch auch möglich sein, zwei Geräte zu verbinden. Garmin, hier ist Nachbessern wirklich Pflicht!

Es wurde nachgebessert!

Zubehör

Neben den bereits erwähnten Smartwatchfunktionen wie eben Uhr und Benachrichtigung kann der vívosmart aber auch noch mehr. So kann er mit einem Herzfrequenzsensor verbunden werden und neben den zurückgelegten Schritten auch den aktuellen Puls aufzeichnen. Und nicht nur die Herz- auch die Trittfrequenz beim Fahrrad fahren kann, bei Verbindung mit einem Garmin Trittfrequenzsensor, aufgezeichnet werden.

Wer während seiner Aktivitäten das Smartphone als Musicplayer verwendet, kann eben diesen ebenfalls über den vívosmart steuern. Und zu guter Letzt kann der vívosmart auch als Fernbedienung für eine Garmin Virb Actioncam verwendet werden.

Akku

Und dann wäre da noch der Akku. Er ist fest implantiert und kann nicht gewechselt werden. Zum Laden steht eine spezielle Klemme zur Verfügung. Garmin gibt eine Laufzeit von 7 Tagen an, die ich durchaus bestätigen kann. Nur bei intensiverer Nutzung des Displays kann auch schon nach 5 Tagen der Saft ausgehen. Leider fehlt, und das ist der einzig wirkliche Kritikpunkt am vívosmart, eine brauchbare Akkuanzeige.

Erst wenn der Ladestand bei ungefähr 30% liegt kommt eine Warnung und ein Batteriesymbol erscheint neben der Uhrzeit. Die 30% sind allerdings unbestätigt, Garmin macht dazu keine Angaben und diesen Wert habe ich in einem Forum gefunden. Allerdings kommt die Warnung wirklich rechtzeitig. Ich habe sie einmal früh am Morgen bekommen, kurz nachdem ich auf Arbeit angekommen bin. Und 12 Stunden Schicht und Heimfahrt waren dann noch ohne Abschalten möglich.

Die einzige Möglichkeit den aktuellen Akkustand zu prüfen ist der Infobutton im Menü. Nicht nur, das er umständlich zu erreichen ist, auch wird hier nur ein Batteriesymbol gezeigt, bei dem man den Ladezustand mehr erraten muss. Daneben sieht man dann noch die aktuelle Softwareversion, die aber herzlich uninteressant ist. die sieht man nämlich auch bei Garmin Connect und letztlich dürften sch die wenigsten wirklich dafür interessieren. Hier sollte also dringend nachgebessert werden, denn anstelle der Softwareversion könnte hier ja auch der Ladezustand im Klartext erscheinen.

Garmin vívosmart in blau und berry

Fazit

Bisher habe ich Fitnesstracker eher belächelt und als unnötig abgetan. Und auch wenn ich noch immer nicht wirklich sagen kann, das man so ein Ding unbedingt braucht, ich selbst möchte es nicht mehr missen. Der Überblick über das eigene Aktivverhalten spornt ungemein zu mehr an, hilft dabei den inneren Schweinehund zu überwinden und damit tut man sich selbst ja etwas Gutes.

Der vívosmart ist zwar bisher der einzige den ich selbst getestet habe, jedoch besticht er durch zusätzliche Funktionen wie Uhr und Benachrichtigungen. Das „versenkte“ Display lässt sich gut bis sehr gut ablesen und kann „unter der Haube“ nicht wirklich beschädigt werden. Das Armband selbst ist durchaus kratzfest und kann auch mal die eine oder andere ruppige Behandlung vertragen.

Das dezente Design macht den vívosmart für jedermann tragbar ohne albern zu wirken oder zu dick aufzutragen.

Die Möglichkeit, den vívosmart mit Herz- und Trittfrequenzmesser zu erweitern macht ihn obendrein zu einem guten Begleiter bei vielen sportlichen Aktivitäten und die Möglichkeit zusätzliche Gerät wie dem Musicplayer oder eine Garmin Virb Actionkamera damit zu steuern rundet die Sache noch einmal ab.

Trotz des Mangels in Sachen Akkuanzeige ist der vívosmart damit ein toller Begleiter durch den Alltag, der bei richtigem Einsatz durchaus dabei helfen kann, sich mehr zu bewegen und der eigenen Gesundheit damit etwas Gutes zu tun.

Und wie schon beim Edge 510 gilt, falls sich einer von Euch das Ding jetzt kaufen will, nehmt doch einfach den Link hier rechts, dann kriege ich auch noch ein paar Pfennige. So wegen Reichtum, Macht und Weltherrschaft… 😉

tl;dr Ich habe den Garmin vívosmart getestet. Dieser Fitnesstracker ist eine durchaus runde Sache, er lässt sich bequem tragen und arbeitet sehr genau. Das Display ist im inneren versteckt und wacht auf tippen oder Armbewegung auf. Dabei ist es unter einer „Kunststoffschicht“ verborgen und kann somit nicht zerkratzen. Die Akkulaufzeit von 5 bis 7 Tagen ist durchaus in Ordnung. In Verbindung mit Garmin Connect zur Auswertung der gesammelten Daten (Schritte und Schlaf) kann man gut das eigene Verhalten einschätzen und bei Bedarf anpassen. Der Tracker ist sehr dezent und sowohl zu Freizeitklamotten als auch zum feinen Zwirn im Business zu tragen. Insgesamt finde ich ihn echt toll und würde ihn jederzeit weiterempfehlen.


Update 14.10.2015

Garmin hat inzwischen, leider weiß ich nicht genau wann, das Problem gelöst, das dafür sorgte, dass immer nur ein Gerät mit der Connect-App verbunden sein konnte. Zwei sind es jetzt. Immer noch nicht die Welt und sicher wäre technisch deutlich mehr drin, aber immerhin kann man so den vívosmart bspw. parallel zu einem Edge betreiben.

Zwei Geräte mit Connect verbunden Zwei Geräte mit Connect verbunden Zwei Geräte mit Connect verbunden

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Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet.

Kommentare

8 Gedanken zu „(vívo)Smart durch den Tag

  1. Hab das Teil heute bei einem Bekannten gesehen und muss sagen, dass mich das Gerät schon einigermaßen beeindruckt hat. Jetzt bin ich echt am überlegen, ob ich es kaufen soll…

  2. Hallo!

    Ich nutze einen Edge 800 und das Vivosmart.

    Mir ist aufgefallen, das das Vivosmart während der Bike-Tour auch Schritte zählt.
    Füge ich später (der Edge 800 hat leider kein Bluetooth) meine Bike-Aktivität bei Garmin Connect ein, werden diese Schritte nicht korrigiert. Folglich werden mir doppelt Aktiv-Kalorien angerechnet.

    Gleicher Effekt auch, wenn ich mit iSmoothRun auf dem iPhone eine Wanderung aufzeichne und im Anschluss auf Garmin Connect hochladen.

    Hast Du dafür eine Lösung?

    Grüße, Andreas

    1. Dieser Effekt ist mir auch schon aufgefallen. Allerdings habe ich keine Lösung dafür parat. Allerdings verwende ich die Aktivkalorienanzeige/-berechnung nicht weiter, schon allein weil es mir viel zu aufwändig ist, auch die aufgenommenen Kalorien aufzuzeichnen. Und für „pi mal Daumen“ langt es auch so allemal.

  3. Hey, ich hab gelesen, dass man die Bluetooth Warnungen (nicht verbungen) ab Version 3.6 deaktivieren kann; d. h. ich will nicht Bluetooth deaktivieren, sondern nur keine Vibrationswarnung mehr erhalten, wenn ich mich von meinem Handy zu weit entferne…
    Leider kann ich die Stelle zum Ausschalten der Warnung weder in der App, noch auf meiner heiß geliebten vivosmart finden. Ne Idee?

    1. Ganz einfach: Beim Vivosmart das Display lange gedrückt halten, um ins Menü zu kommen. Dann Bluetooth auswählen. Dort kommt ja als erstes die Option zum ein- oder ausschalten. Die einfach weiterwischen, als nächstes kommt koppeln und dann „alles absch.“, womit diese Meldungen unterdrückt werden können.

      1. … ich würde gerne nur die Vibrationswarnung bei „nicht verbunden“ abschalten, dafür aber ein längeres vibrieren (oder anderes Vibrationsmuster) bei eingehenden Anrufen haben.
        Gibt es dafür eine Lösung? ansonsten ist das Ding Top!

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