Wochenendabenteuer – Teil 2: F’Hain

Der Berliner Bezirk Friedrichshain wird von denen die ihn lieben als echte Partymeile beschrieben. Mir ist er aus (inzwischen) zwei Gründen doch eher etwas äußerst suspekt.

Vor zwei oder drei Jahren hatte ich das Vergnügen von meiner lieben Schwiegermutter in diesen Bezirk eingeladen zu werden, um in einem angeblich vorzüglichen Steakhaus zu speisen. Es war der Jahrhundertsommer mit 1000 °C. Und wenn da alle 20 cm ein Hundehaufen im Weg liegt stinkt es erbärmlich. Das war damals. Doch letztes Wochenende ging es wieder recht seltsam zu. Stop: Ich muss noch erwähnen das das seinerzeit besuchte, angeblich vorzügliche Steakhaus, deutsches Rindfleisch zu Happy-Hour-Preisen an ein vornehmlich die Schule besuchendes Publikum verkaufte.

Aber weiter: Kaum hatten wir den Bahnhof Ostkreuz verlassen tapperten wir los um zum Ziel zu gelangen. Nebenbei ging der Schrottie in der Hoffnung schwanger noch etwas Bargeld auftreiben zu können, da die Kalkulation beim vormittaglichen Bankbesuch in Spandau etwas zu knapp geraten war. Das diese Hoffnung völlig umsonst war, wurde bereits nach den ersten Metern klar: In einer solchen Gegend wird keine Bank der Welt eine Filiale eröffnen, schließlich dürfte die Versicherung dafür einfach unbezahlbar hoch werden.

Alle, und damit meine ich wirklich ausnahmslos alle, Männer (und Jungens) die uns entgegenkamen führten eine Flasche Bier Gassi. Können die denn nicht zu Hause oder in einer Kneipe ihr Bier trinken? So asozial muss man doch wirklich nicht sein.

Naja, nachdem wir schon fast dachten, wir hätten uns in dieser gruseligen Gegend auch noch verlaufen, erreichten wir unser Ziel und endlich wurde es angenehm. Der Laden den wir zu besuchen vorhatten ist eine umgebaute Turnhalle mit wirklich absolut unschlagbarer Atmosphäre. Echt empfehlenswert, nur eben leider in der falschen Gegend, sonst würden wir da wohl noch öfter hingehen.

Nach einem netten Abend in geselliger, und vor allem bis dato persönlich unbekannter, Runde beschlossen wir noch eine kleine Kneipentour zu unternehmen. Und was war: Jedesmal wenn wir zum Kneipenwechsel wieder auf die Straße mussten das gleiche Bild. Typen die ihre Pulle Gassi führten. Als Tourist muss man da glatt denken das eine Mauer um diese gegend gehört, nebst einem riesigen Schild „Trinkerheilanstalt“.

Als wir dann einen Laden besuchten, der zwar vom Ambiente her eher zu den netteren Etablissements gehören müsste, aber man dort nicht in der Lage war ein vernünftiges Bier zu zapfen (Wie auch? Schließlich trinkt man dort ja auch Flaschenbier!) kämpften wir uns durch die Bierflaschentypen ganz fix zum Bahnhof. Dort hatte wir dann Glück und erreichten mit einem kurzen Sprint die S-Bahn, so das uns ein unnötiger Aufenthalt in Ostkreuz glücklicherweise erspart geblieben ist.

Notiz für später: Schlagt mich, wenn ich nochmal freiwillig in diese Gegend fahre um einen schönen Abend zu haben. Die bisherigen DW-Treffen im Old Emeralds Isle waren da wesentlich angenehmer, auch wenn man sonst ja eher dem Bezirk Kreuzberg viel Negatives nachsagt…!

Schrottie

Ich blogge hier seit Anfang 2005 über wechselnde Themen. Zumeist handelt es sich dabei um Linux, Android, Geocaching oder Fotografie, aber zunehmend auch rund ums Fahrradfahren (mit MTB und Rennrad), das ich nach einigen Jahren Pause wieder für mich entdeckt habe. Dabei ist die Themenwahl insgesamt recht selektiv, also ich schreibe immer nur dann, wenn mich etwas wirklich interessiert und/oder bewegt und so kommt es dann auch, das man hier zuweilen auch private Dinge findet. Wer mir für die Arbeit ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, der kann dies gern über meinen Amazon Wunschzettel tun. :-)

2 thoughts to “Wochenendabenteuer – Teil 2: F’Hain”

  1. Kleine Korrektur, wir haben als wir dem Knoblauchgeruch (letzten Kneipe) flüchteten, sahen wir min. genauso viel weibliche Einheimische der Gattung „Pullengassiführer“.

    Des weiteren sollte man auch den Herzinfarktkandidat aus Kneipe Nr. 2 erwähnen, der durch sein hektisches Auftreten unsere Bestellung verwechselte und zum Schluss mit einen gewagten Sprung in die Kellerlucke noch eine Showeinlage erbrachte.

  2. Oh ja, den Hechtsprung des Wirtes hatte ich ganz unerwähnt gelassen. Schade das wir das nicht auf Video haben, das war wirklich der Knaller.

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